Warum Materialwahl im Sensory Play für mich so wichtig ist

Wenn ich Materialien für das Sinnesatelier auswähle, geht es für mich um viel mehr als um die Frage, ob etwas schön aussieht oder gerade im Trend liegt.

Ich frage mich: Was gebe ich kleinen Händen, Mündern und neugierigen Kindern eigentlich in die Hand?
Wie fühlt sich ein Material an? Wie lässt es sich reinigen? Wie oft kann ich es wiederverwenden? Wo wurde es hergestellt? Und vor allem: Kann ich mit gutem Gefühl sagen, dass dieses Material einen Platz im Sinnesatelier verdient?

Diese Fragen begleiten mich bei fast jeder Anschaffung. Denn Sensory Play bedeutet für mich, Kindern einen Raum zu geben, in dem sie entdecken dürfen. Sie dürfen matschen, schütten, sortieren, fühlen, staunen und ausprobieren. Und sie dürfen dabei einfach Kind sein.

Damit sie das können, möchte ich als Erwachsene im Hintergrund dafür sorgen, dass die Materialien, die sie umgeben, gut ausgewählt sind.

Ja, wir spielen mit Lebensmitteln.

Ein Thema, das immer wieder Fragen aufwirft, ist die Verwendung von Lebensmitteln als Sensorik-Basis. Reis, Hafer, Teigwaren oder andere Lebensmittel als Spielmaterial zu verwenden, kann sich für manche Menschen zunächst falsch anfühlen. Und ich verstehe diesen Gedanken.

Gleichzeitig ist es für mich gerade bei den Kleinsten ein bewusster Entscheid.

Kinder erkunden ihre Welt mit allen Sinnen – und gerade am Anfang landet vieles ganz selbstverständlich im Mund. Lebensmittel bieten hier einen sicheren und niederschwelligen Einstieg in die sensorische Welt.

Für mich bedeutet das nicht, dass Lebensmittel gedankenlos zum Spielzeug werden. Im Gegenteil. Auch hier wähle ich bewusst aus, achte auf die jeweilige Situation und darauf, für welches Alter und welche Entwicklungsphase ein Angebot geeignet ist.

Die frischen Sensorik-Basen werden nach der Verwendung nicht einfach wieder in den Schrank gestellt. Sie werden verschenkt oder entsprechend entsorgt und bei der nächsten Einladung neu vorbereitet.

Bei allem, was darüber hinaus zum Einsatz kommt, ist mir dagegen etwas ganz anderes wichtig:

Es soll bleiben dürfen.

Qualität, die immer wieder mitspielen darf

Ich möchte nicht für jede neue Spielidee zehn neue Dinge kaufen. Viel lieber investiere ich in wenige, hochwertige Materialien, die uns über lange Zeit begleiten und immer wieder neu eingesetzt werden können. Deshalb findest du im Sinnesatelier zum Beispiel Materialien von Inspire My Play. Ich schätze sie nicht nur, weil sie wunderschön und durchdacht sind, sondern auch, weil sie sich gut reinigen und desinfizieren lassen.

Auch unsere Schleich-Tiere gehören dazu. Viele von ihnen sind gebraucht bei uns eingezogen. Secondhand bedeutet für mich nämlich nicht weniger Qualität – ganz im Gegenteil. Wenn ein hochwertiges Produkt bereits existiert und weiter bespielt werden kann, warum sollte es neu produziert werden? Unsere Waytoplay-Spielstrasse ist ein weiteres Beispiel dafür. Sie begleitet uns immer wieder, lässt sich mit unterschiedlichsten Materialien kombinieren und eröffnet jedes Mal neue Spielwelten.

Und dann gibt es die Dinge aus Holz.

Ich liebe Holzmaterialien von Marken wie Lovevery, Grapat oder Explorer Nook. Sie bringen eine ganz andere Haptik ins Spiel und können wunderbare Ergänzungen sein.

Aber auch hier gilt für mich: Nicht jedes schöne Holzspielzeug ist automatisch für jede Sensory-Play-Situation geeignet. Ich schaue genau hin, wo ein Material sinnvoll eingesetzt werden kann, wie es gereinigt werden kann und ob es zu unserem jeweiligen Angebot passt.

Denn Materialwahl bedeutet für mich nicht, möglichst viele schöne Dinge zu besitzen. Es bedeutet, die richtigen Dinge auszuwählen.

Schön reicht mir nicht.

Natürlich dürfen Materialien im Sinnesatelier schön sein. Ich liebe Ästhetik. Ich liebe natürliche Farben, schöne Formen und Materialien, die sich gut anfühlen. Aber Schönheit allein ist für mich kein Kaufgrund. Ein Material muss sich in unser Konzept einfügen. Es muss zu den Kindern passen. Es soll möglichst lange genutzt werden können. Und es muss sich gut pflegen lassen. Gerade weil bei uns viele verschiedene Kinder mit den Materialien in Kontakt kommen, ist die Möglichkeit, Dinge gründlich zu reinigen und zu desinfizieren, ein wichtiger Bestandteil meiner Auswahl.

Das klingt vielleicht weniger romantisch als „schöne Materialien für Kinder“.

Für mich gehört es aber genauso zum Sensory Play. Denn ich möchte, dass Eltern und Begleitpersonen ins Sinnesatelier kommen können und einfach sein dürfen. Sie sollen nicht bei jedem Gegenstand überlegen müssen:

Ist das sauber?
Kann mein Kind das anfassen?
Was war da vorher dran?

Diese Verantwortung möchte ich übernehmen.

Nachhaltigkeit bedeutet für mich nicht Perfektion.

Nachhaltig zu arbeiten bedeutet nicht, dass jedes einzelne Material in meinem Atelier perfekt nachhaltig sein muss. Es bedeutet für mich, bewusster hinzuschauen. Was kann ich wiederverwenden? Was kann ich gebraucht kaufen? Was kann ich reinigen und desinfizieren, statt es nach einmaligem Gebrauch wegzuwerfen? Was ist hochwertig genug, dass es uns viele Jahre begleiten kann? Und wo ist ein Verbrauchsmaterial sinnvoll und vielleicht sogar die bessere Wahl?

Genau deshalb trenne ich für mich sehr bewusst zwischen den frischen Sensorik-Basen, die nach dem Spielen nicht einfach weiterverwendet werden, und den Materialien rundherum, die uns immer wieder begleiten.

Meine Schalen. Werkzeuge. Tiere. Figuren. Fahrzeuge. Spielwelten. Kunstmaterialien. Sie sollen nicht nur für einen einzigen Nachmittag gekauft werden. Sie sollen Geschichten erleben.

Auch im Onlineshop steckt diese Haltung

Diese Überzeugung endet für mich nicht an der Tür des Sinnesateliers.

Auch für den Onlineshop wähle ich Materialien nicht einfach danach aus, was gerade schön aussieht oder sich gut verkaufen lässt. Ich möchte Produkte anbieten, hinter denen ich stehen kann. Deshalb findest du dort bewusst ausgewählte Materialien von Herstellern, deren Produkte ich kenne, schätze und für sinnvoll halte. Materialien, die Kindern Möglichkeiten eröffnen, statt ihnen das Spiel komplett vorzugeben. Dinge, die gut miteinander kombiniert werden können.Und Produkte, die ich auch selbst gerne in die Hände von Kindern geben würde.

Weil Vertrauen für mich Teil des Spiels ist

Am Ende geht es bei meiner Materialwahl um etwas ganz Einfaches: Vertrauen. Vertrauen darauf, dass ein Kind sich ausprobieren darf. Vertrauen darauf, dass Erwachsene loslassen können.

Und Vertrauen darauf, dass hinter den Materialien im Sinnesatelier jemand steht, der sich Gedanken gemacht hat.

Ich möchte keinen Raum schaffen, in dem alles steril und perfekt sein muss. Ich möchte einen Raum schaffen, in dem Kinder entdecken dürfen – und in dem Erwachsene wissen: Hier wurde hingeschaut. Hier wurde bewusst ausgewählt. Hier darf ich loslassen. Denn genau das wünsche ich mir für das Sinnesatelier: Dass wir uns für einen Moment nicht mit dem beschäftigen müssen, was alles sauber, ordentlich oder perfekt sein sollte. Sondern einfach mit dem, was Kinder eigentlich tun wollen.

Fühlen. Entdecken. Ausprobieren. Staunen. Spielen.